Wie hitzefest ist Weilerswist?

Hitzetage werden häufiger, die Temperaturen steigen – auch in Weilerswist. Für ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Problemen kann extreme Hitze gefährlich werden. Aber auch für alle anderen wird es unangenehm, wenn Straßen und Plätze sich aufheizen – und mit ihnen Häuser und Wohnungen. Der Klimawandel führt dazu, dass solche Hitzeperioden häufiger auftreten und länger dauern.

Wie groß die Unterschiede sein können, zeigt ein Blick auf die Oberflächen: Schwarze Flächen können sich in der Sonne auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen. Bäume und begrünte Flächen wirken dagegen kühlend – durch Schatten und Verdunstung. Auch Wasser spielt dabei eine wichtige Rolle: Regen, der auf versiegelten Flächen schnell abfließt, fehlt später für Pflanzen und Verdunstung.

Das gilt für den öffentlichen Raum ebenso wie für private Grundstücke. Bäume und Sträucher, begrünte Dächer und Fassaden und möglichst wenig versiegelte Fläche können das eigene Grundstück kühler halten. Außenliegender Sonnenschutz und eine gute Dämmung helfen, die Hitze aus dem Haus zu halten. Informationen und kostenlose Beratungsangebote gibt es beispielsweise bei der Verbraucherzentrale NRW.

Wie könnte ein kühleres Weilerswist aussehen?

Viele dieser Ideen finden sich in den ZukunftsBildern von WeilerswistZero wieder. Sie geben wieder, was sich viele Menschen für ihren Ort wünschen: Straßen mit Bäumen und Buschgruppen, begrünte Fassaden und Wege, die auch bei starker Sonne im Schatten liegen. Beim Hoffest in Velbrück kamen Wünsche nach grünen Orten, Sitzplätzen unter Bäumen und Orten der Begegnung hinzu.

Das sind zugleich konkrete Möglichkeiten, Weilerswist besser an die zunehmende Hitze anzupassen. Und es ist für Weilerswist keine neue Erkenntnis. Im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) von 2022 wurden mehrere Bereiche der Gemeinde als thermisch ungünstig bewertet. Genannt werden unter anderem der historische Ortskern, Wohngebiete sowie das Umfeld der Gesamtschule. Als problematisch beschreibt das ISEK die geringe Begrünung des öffentlichen Straßenraums: Wo Bäume und andere Pflanzen fehlen, gibt es weniger Schatten und die Flächen heizen sich stärker auf.

Auch mehr Entsiegelung und Begrünung sowie ein besserer Umgang mit Regenwasser nennt das ISEK als Ziele. Das Klimawandelanpassungskonzept des Kreises Euskirchen zeigt weitere Handlungsmöglichkeiten auf.

Wo die Gemeinde gefragt ist

Beim Hitzeschutz endet die Möglichkeit der Einzelnen an der Grundstücksgrenze. Ob es im öffentlichen Raum Schatten gibt, Plätze sich weniger stark aufheizen oder kühle Orte angeboten werden, wird wesentlich durch kommunale Planung und Gestaltung bestimmt. Was jetzt passieren muss:

Kühlende Orte schaffen: In allen Ortsteilen sollte es öffentlich zugängliche Orte geben, an denen Menschen auch an heißen Tagen Schutz finden – mit Schatten, Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser und möglichst viel Grün. Dafür können auch bestehende öffentliche Gebäude und Einrichtungen genutzt werden.

Entsiegeln, begrünen und Regenwasser nutzen: Wo Asphalt und Pflaster nicht notwendig sind, sollten Flächen entsiegelt und bepflanzt werden. Regenwasser sollte möglichst vor Ort versickern oder in Zisternen und anderen Speichern aufgefangen und für die Bewässerung genutzt werden. Bestehende Straßen, Plätze und öffentliche Gebäude müssen Schritt für Schritt hitzetauglicher werden.

Hitzefest bauen: Verschattung, Bäume sowie begrünte Dächer und Fassaden sollten bei Neubauten und größeren Umbauten selbstverständlich sein. Auch eine sorgsame Nutzung von Regenwasser sollte vorgesehen und baulich umgesetzt werden.

Hitzeaktionsplan aufstellen: Die Gemeinde sollte festlegen, was bei Hitzewellen passiert und wie besonders gefährdete Menschen erreicht werden. Dazu gehören auch Nachbarschaften, Seniorenarbeit, Vereine und soziale Einrichtungen. Gerade alleinlebende ältere Menschen sind bei großer Hitze gefährdet, ihre regelmäßige Ansprache muss organisiert werden.

Das Klimabündnis Rhein-Voreifel fordert aktuell von den sechs linksrheinischen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis unter anderem Hitzeaktionspläne, Trinkbrunnen und kühle Schutzräume. Weilerswist gehört zwar nicht zu diesem Bündnis. Der Blick über die Kreisgrenze zeigt aber, dass auch in direkter Nachbarschaft konkrete Maßnahmen für den Hitzeschutz eingefordert werden.

Die Grundlagen sind auch in Weilerswist längst vorhanden. Jetzt müssen daraus sichtbare Maßnahmen werden: mehr Schatten, mehr Grün, weniger Versiegelung und ein kluger Umgang mit Wasser.

Autorin: Barbara