Endlich da: Das Klimaschutzkonzept für Weilerswist

Lange wurde darauf gewartet – jetzt ist es veröffentlicht: das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Weilerswist. Erarbeitet wurde es während der Tätigkeit des kommunalen Klimaschutzmanagers in den Jahren 2023 bis 2025. Wer sich dafür interessiert, findet das Konzept inzwischen auf der Internetseite der Gemeinde (Hier Klimaschutzkonzept ansehen).

Ein Klimaschutzkonzept ist kein Beschluss und auch kein Maßnahmenplan, der morgen umgesetzt wird. Es beschreibt zunächst den aktuellen Stand: Wo entstehen in Weilerswist die meisten Treibhausgasemissionen? Welche Möglichkeiten gibt es, sie zu verringern? Und welche Maßnahmen kommen dafür grundsätzlich infrage?

Wir haben einen Blick hineingeworfen: Eine Zahl springt sofort ins Auge: Der größte Teil der bilanzierten Emissionen entfällt auf den Verkehrssektor. Das wirkt zunächst ernüchternd. Dahinter verbirgt sich jedoch ein wichtiger Hintergrund. Nach der bundesweit verwendeten Bilanzierungsmethode werden auch die Emissionen des Durchgangsverkehrs auf den Autobahnen vollständig dem Gemeindegebiet zugerechnet. Diese Emissionen prägen die Bilanz erheblich, können von der Gemeinde aber kaum beeinflusst werden.

Wo kann Weilerswist selbst etwas bewegen?

Man könnte jetzt auch einfach nichts tun, wenn wir in Weilerswist ja sowieso nichts beeinflussen können. Umso interessanter ist deshalb eine andere Frage: Wo kann Weilerswist tatsächlich etwas bewegen? Das Konzept nennt dazu eine ganze Reihe von Ansatzpunkten. Große Potenziale liegen beispielsweise bei der Wärmeversorgung von Gebäuden, beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik oder bei der Mobilität innerhalb der Gemeinde. Auch die Gemeinde selbst kann einiges bewirken – etwa indem sie ihre eigenen Gebäude energetisch saniert, Photovoltaik auf geeigneten kommunalen Dächern ausbaut, bei Bauprojekten Klimaschutz stärker berücksichtigt oder Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bei der Energiewende unterstützt und vernetzt.

Nicht jede dieser Maßnahmen wird viel Geld kosten. Manche erfordern vor allem eine gute Planung, klare Prioritäten oder die Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Vereinen. Andere werden Investitionen benötigen. Entscheidend wird sein, welche Schwerpunkte Politik und Verwaltung in den kommenden Jahren setzen.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Mit der Veröffentlichung des Klimaschutzkonzepts liegt nun erstmals eine gemeinsame Grundlage für diese Diskussion vor. Jetzt wird es darum gehen, Prioritäten zu setzen und aus den vielen Vorschlägen konkrete Schritte zu entwickeln.

Dabei ist uns ein Punkt schon jetzt aufgefallen: Selbst wenn alle im Konzept angenommenen Entwicklungen eintreten, erreicht Weilerswist damit noch keine Klimaneutralität. Das muss kein Makel des Gutachtens sein – viele Annahmen orientieren sich an heute bekannten Möglichkeiten. Dennoch stellt sich die Frage, wie die verbleibende Lücke langfristig geschlossen werden kann. Darüber wird in den kommenden Jahren sicher zu diskutieren sein.

Eine gute Gelegenheit dafür bietet bereits das nächste große Projekt: die kommunale Wärmeplanung. Sie wird derzeit gemeinsam mit e-regio vorbereitet und soll deutlich konkreter beantworten, wie die Wärmeversorgung in Weilerswist künftig klimafreundlich und gleichzeitig zuverlässig gestaltet werden kann. Hier besteht die Chance, auf der Grundlage des Klimaschutzkonzepts die nächsten Schritte zu entwickeln.

Wir freuen uns, dass das Klimaschutzkonzept nun öffentlich vorliegt. Es schafft eine gemeinsame Grundlage, um über die Zukunft unserer Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Denn Klimaschutz bedeutet vor Ort nicht nur weniger Treibhausgase, sondern oft auch geringere Energiekosten, mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien und eine lebenswerte Gemeinde für kommende Generationen. Genau diese Diskussion möchten wir konstruktiv begleiten.

Autorin: Barbara

Weilerswist mit anderen Augen: Ideen vom Hoffest

Es gibt diese Orte, an denen man sich sofort wohlfühlt: wo Bäume Schatten spenden, wo Bänke zum Verweilen einladen, wo Kinder spielen und Nachbarn ins Gespräch kommen. Solche Orte sind selten – und doch wünschen wir uns alle mehr davon.

Beim Stand von WeilerswistZero auf dem Hoffest Velbrück haben wir gefragt: Wie könnte es in Weilerswist in 10 Jahren aussehen, wenn wir mehr davon hätten? Mit vier großen Planen zeigten wir Fotos von Orten in unserer Gemeinde – einmal so, wie sie heute sind, und einmal so, wie sie sein könnten: mit mehr Grün, weniger Autos, mehr Raum für Menschen. Und eine leere Kontur, die zum Träumen einlud. Unsere Besuchenden hatten viele Ideen – einige davon möchten wir hier teilen, um die Vorstellungskraft weiter anzuregen.


Bei den sogenannten Realutopien geht es darum, utopische Ideen als Antrieb für reale Veränderungen zu nutzen. Unsere KI-generierten ZukunftsBilder waren genau das: keine Blaupausen, sondern Denkanstöße, die zeigen, was möglich ist – wenn wir uns trauen, über den Ist-Zustand hinauszudenken. Die leeren Konturen der Schattenrisse luden ein, selbst kreativ zu werden. Und das haben die Besuchenden genutzt!

Was sich die Menschen wünschen

Die Ideen der Besuchenden zeigen: Es geht sowohl um Utopien als auch um konkrete, machbare Verbesserungen für den Alltag. Besonders oft genannt wurden Wünsche nach mehr Grün, auch auf Dächern und an Fassaden, nach Orten der Begegnung und zum Verweilen und nach sicherer Mobilität. Besonders inspirierend fanden wir:

  • Mehr grüne Orte, an denen man einfach mal sitzen kann, ohne Konsumzwang
  • Überdachte Bänke oder Sitzplätze unter Bäumen, zum Verweilen bei Regen oder Sonne.
  • Ein Weg mit Sportgeräten für Senioren und einem Rundweg für Menschen mit Demenz
  • Bücherschränke auf Schulwegen, die auch mehr junge Menschen erreichen.
  • Eine eingezäunte Hundewiese, an der Hundehalter*innen mit ihren Vierbeinern zusammenkommen.
  • Ein Eltern-Kind-Café und Plauderbänke als Orte, die Gemeinschaft stärken
  • Gleichberechtigte Wege für alle, damit sich Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und Autofahrer:innen sicher fühlen.
  • Gute Aufenthaltsqualität dort, wo Menschen arbeiten oder Besorgungen machen: Auch vor der Sparkasse, bei den Supermärken oder am Rathauseingang darf man sich wohlfühlen.

Alle Ideen zeigen: Große Wünsche führen oft zu kleinen Dingen, die eine spürbare Verbesserung bringen. Und jede davon ist ein Schritt in Richtung eines lebenswerteren Weilerswists.



Dieser öffentliche Auftritt mit den ZukunftsBildern war ein Anfang. In den nächsten Monaten wollen wir die Bilder auch bei anderen Veranstaltungen zeigen. Denn eines ist klar: Veränderung beginnt im Kopf – und mit Bildern, die zeigen, was wir uns wünschen.

Der Ausblick: Weiterdenken und mitmachen

Ihr habt auch eine Idee oder möchtet mit uns über die Zukunft Weilerswists diskutieren? Kommt zu unseren nächsten Treffen oder schreibt uns an info@weilerswistzero.de

Wir sind WeilerswistZero: ein paar Hände voll Menschen aus Weilerswist. Mit den Füßen auf dem Boden der Wirklichkeit – und mit Herzen, die fliegen. Mit Projekten wie den Realutopien und der kritisch-konstruktiven Begleitung der kommunalen Klimapolitik setzen wir uns seit 2023 für ein lebenswertes, klimagerechtes Weilerswist ein.

Autorin: Barbara

Kennenlern-Abend am 24.10.2025

Liebe Interessierte an Klimaschutz und der Arbeit von WeilerswistZero,

wir laden euch sehr herzlich zu einem Kennenlern-Abend ein: und zwar nächste Woche Freitag, am 24.10. um 19.30 Uhr.

Unsere großen Projekte dieses Jahr waren die Veranstaltung zu Zukunftsbildern und der Wahlcheck zur Kommunalwahl.

Jetzt orientieren wir uns neu:

  • Wie geht es weiter?
  • Wie entwickeln wir die Zukunftsbilder weiter und wo zeigen wir sie der Öffentlichkeit?
  • Wie können wir Ideen zu einer klimafreundlichen Entwicklung unseres Heimatortes auch in die kommunale Politik bringen?

Hierfür freuen wir uns auf deine Neugierde und wenn du Lust bekommst, an den Projekten mitzuwirken. Es werden keine speziellen Vorkenntnisse erwartet.

Vielleicht bringst du auch eigene Ideen mit?

Wir freuen uns sehr über jede einzelne interessierte Person!

Der Ort des Treffens ist noch nicht ganz sicher, den teilen wir aber nach Anmeldung mit.

Herzliche Grüße und bis hoffentlich bald

Euer WeilerswistZero -Team

Apfelernte 2025

Am 03. und 04.10.2025 von 9-16 Uhr findet wieder die alljährliche Apfelernte, organisiert von der Essbaren Gemeide e.V., auf den Streuobswiesen in den Erftauen in Weilerswist statt. Jeder darf sich so viele Äpfel mitnehmen, wie er tragen kann.

Außerdem könnt ihr der Essbaren Gemeinde bei der Ernte helfen. Die gesammelten Äpfel werden dann zur mobilen Saftpresse der SoNNe eG (Streuobstwiesen Netzwerk Nordeifel) gebracht und direkt zu Saft gepresst, der auch vor Ort probiert und gekauft werden kann. Die Presse steht am Sonntag vor dem Sportplatz in Weilerswist.

Vor allem für Familien und Kinder ist es immer wieder ein tolles Erlebnis bei der Ernte mitzumachen. Jeder selbst gepflückte oder vom Baum geschüttelte Apfel ist ein kleiner Schatz und schmeckt noch besser. 🙂

Wir von WeilerswistZero sind seit vielen Jahren auch dabei und freuen uns das ganze Jahr darauf.

Kommt gerne vorbei und macht mit! Wir freuen uns auf viele helfende Hände!

Hochwasserschutz durch Miscanthus

Wie wir alle in den letzten Jahren erlebt haben, nehmen Starkregenereignisse und daraus resultierende Hochwasser durch den voranschreitenden Klimawandel in ihrer Häufigkeit und Intensität zu. Nicht nur wir Menschen sind unmittelbar in der Natur mit unseren Orten und Häusern mit Gärten, in denen wir leben, betroffen, sondern auch die landwirtschaftlichen Flächen. Neben Schäden an Bebauungen können auf landwirtschaftlichen Flächen erhebliche Ernteausfälle und Erosionen entstehen.

Extremwetter-Ereignisse wie das Flutereignis 2021 können nicht verhindert werden – auch nicht mit gigantischen technischen Hochwasserschutzmaßnahmen! Den Folgen der Ereignisse kann aber durch resiliente Maßnahmen vorgebeugt oder das Ausmaß zumindest deutlich abgeschwächt werden!

Ein Mosaikstein von vielen verschiedenen Maßnahmen stellt die Etablierung einer mehrjährigen Ackerkultur dar – des Nachwachsenden Rohstoffs Miscanthus × giganteus (Chinaschilf).
Dieses schilfartige Süßgras bietet für die Bevölkerung und deren Bebauungen, für die Landwirte und deren Ackerflächen einen wirksamen und natürlichen Starkregenschutz.

Starkregenereignisse und Miscanthus

Bei Starkregenereignissen fällt mitunter so viel Niederschlag auf den Boden, dass der Niederschlag nicht versickern kann und somit oberflächennah abfließt. Der gesättigte Boden kann bei zu wenig Bodenbedeckung abgetragen werden und wie Schlammlawinen bei minimalem Gefälle in Richtung Ortschaften fließen. Um dem vorzubeugen bzw. dies abzuschwächen könnte Miscanthus auf den Flächen rund um Ortschaften angebaut werden. Starkregenereignisse laufen immer gleich ab mit unterschiedlicher Intensität – das Wasser sucht sich seinen Weg. Diese sogenannten Fließwege gilt es zu unterbrechen.

Oberflächenwasser-Ablaufhemmer

Miscanthus wirkt dabei wie ein Oberflächenwasser-Ablaufhemmer. Während bei Grünlandflächen, meistens mit Grasbewuchs, das Wasser über die Fläche rauscht, bei Ackerkulturen bspw. Aussaaten weggespült oder Kulturen beschädigt und zerstört werden sowie Ernteausfälle drohen, bleibt Miscanthus stehen. Im Miscanthus-Bestand schiebt sich die natürliche Mulchschicht durch das Wasser zusammen, das Wasser wird in der Fläche ausgebremst, also zurückgehalten und hat mehr Zeit in den Boden zu versickern.

Geeignete Flächen für den Anbau

Besonders bieten sich starkregen- oder erosionsgefährdete, ackerbaulich ungeeignete, z.B. nie nachhaltig wirtschaftlich nutzbare Flächen für eine Pflanzung von Miscanthus ab. Ebenso topografisch gefährdete Flächen wie solche mit Gefälle zu Bächen, Flüssen oder Bebauungen. Auch der Schutz für andere umliegende Flächen kann somit ermöglicht werden. Durch
die Etablierung von Miscanthus bleibt die Nutzung der Fläche ohne Verlust bestehen und es kann gesichert jährlich im Frühjahr geerntet werden, da Starkregen dem Miscanthus nichts anhaben kann.

Kooperation mit Forschungsprojekt

Die Gemeinde Weilerswist soll sich weiterhin in Kooperation mit dem Forschungsprojekt MisKaRe der Universität Bonn und den lokalen Landwirten dafür einsetzen, dass Pflanzungen von Miscanthus vorgenommen werden und sich dabei zur Modellkommune entwickeln. Damit soll eine schnell umsetzbare und geförderte Maßnahme als Beitrag zum Hochwasserschutz unterstützt werden, um so als Eigentums-, Objekt- und Infrastrukturschutz möglichen Schäden durch Starkregenereignisse vorzubeugen bzw. diese abzuschwächen.

Wissenschaftliche Begleitung

In dem Forschungsprojekt MisKaRe innerhalb der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn geht es u.a. darum, neue Miscanthus-Flächen im Erft Einzugsgebiet zu etablieren. Weitere Flächen für den gezielten Miscanthusanbau werden gesucht.

Forschungsrelevante Messungen wie u.a. Starkregensimulationen und Infiltrationsmessungen auf etablierten Miscanthusflächen werden durchgeführt. Vergleichsmessungen werden auf einjährigen Ackerkulturen und Dauergrünland vorgenommen. Die am Versuchsstandort Campus Klein-Altendorf anfallende Biomasse wird geerntet und in langlebige recyclingfähige Produkte umgewandelt.

Miscanthus bietet viele Nutzungsmöglichkeiten:

  • als Zellstoff für die Papier- und Verpackungsindustrie bspw. als Toilettenpapier
  • als Rohstoff in der Bauindustrie für Dämmstoffe
  • als Tierstreu wie Pferdeeinstreu
  • als Brennmaterial in der Energiewirtschaft in Häcksel- und Pelletheizungen
  • im Gartenbau und in der Landwirtschaft:
    • als Mulchmaterial bspw. im Erdbeeranbau
    • als Pflanzsubstrat

Der Nachwachsende Rohstoff, erfreut sich einer steigenden Nachfrage, hat großes wirtschaftliches Potenzial und kann zur Förderung landwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Resilienz beitragen.

Förderung durch den Kreis Euskirchen

Der Kreis Euskirchen fördert im Rahmen des Projektes Land4Climate in dem Partnerschaftsaufruf den Miscanthus-Anbau im Kreisgebiet als Maßnahme zur Klimawandelanpassung auf landwirtschaftlichen Eigentumsflächen und Pachtflächen. Unter Angabe einer klimawandelbedingten Betroffenheit bzw. Eignung der Fläche wie bspw. Erosion oder Starkregen wird nach Prüfung durch den Kreis ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Da es sich bei Miscanthus um eine mehrjährige Kultur handelt ist es notwendig eine Mindeststandzeit von 12 Jahren zu gewährleisten. Durch den Kreis werden Kosten für das Pflanzgut (Rhizome), für die Pflanzung durch ein externes Unternehmen, sowie für die Pflegemaßnahmen in der Etablierungsphase und die Ernte, die ebenfalls durch ein externes Unternehmen abgewickelt wird übernommen. Die geerntete Biomasse gehört natürlich den Landwirten. Nach Absprache mit dem Fördermittelgeber muss als einzige Vorleistung eine fachgerechte Saatbettbereinigung vor der Pflanzung durch die Landwirte vorgenommen werden.

Miscanthus – die Dauerkultur bietet für Landwirte weitere Vorteile

Das schnell wachsende Süßgras ist anspruchslos im Anbau, benötigt kaum bis keine Pflanzenschutzmittel, ist mehrjährig, nicht invasiv, kann als Dauerkultur über mindestens 20 Jahre stehen bleiben, trägt zur Bodenverbesserung und zum Bodenschutz bei, u.a. durch Humusaufbau. Zudem betreibt Miscanthus aktiv Klimaschutz. Pro Hektar und Jahr speichert es bis zu 30 Tonnen CO2. Desweiteren dient die Dauerkultur der Förderung der Biodiversität und als Rückzugsgebiete für Tiere.

Erste Pilotfläche im Kreis Euskirchen in Weilerswist gepflanzt

Eine erste Pilotfläche wurde in Weilerswist-Ottenheim im Mai 2025 angelegt. Weitere Flächen in der Gemeinde Weilerswist könnten hinzu kommen. Mit der Unterstützung der Politik vor Ort in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt und den lokalen Landwirten kann so effektiv und kurzfristig ein natürlicher Schutz vor Starkregen mit Wirtschaftspotenzial – zum Schutz für uns alle ermöglicht werden.

Es wird aktiv auf Erkenntnisse aus der Bevölkerung gesetzt. Interesse an der Etablierung von Miscanthus und oder Beobachtungen über Fließwege von Wassermassen bei Starkregenereignissen, die in Richtung der Ortsteile von Weilerswist verlaufen – idealerweise auf Ackerflächen? – Gerne teilen und schreiben an s.heidemann@uni-bonn.de

Weitere Informationen zur Pflanzung in Weilerswist-Ottenheim:
https://www.rundschau-online.de/region/euskirchen-eifel/kreis-euskirchen/miscanthus-feiert-premiere-in-landwirtschaft-im-kreis-euskirchen-1032117

Video: https://www.instagram.com/weilerswistzero/reel/DOeQIpTjOgF

Autor: Sören Heidemann

Erste Pilotfläche im Kreis Euskirchen in Weilerswist Ottenheim, zwischen hängiger PV-Anlage und Ortschaft:

ein paar Wochen und vier Monate nach der Pflanzung

Extremwetterfrühwarnsysteme

Folgen und Ausmaß von Extremwetter-Ereignissen, wie die des Flutereignisses 2021, können nicht verhindert werden – auch nicht mit gigantischen technischen Hochwasserschutzmaßnahmen!

Was allerdings möglich ist sind Abschwächungen durch vorbeugende Maßnahmen, wie etwa Frühwarnsysteme und besserer, proaktiver Bevölkerungsschutz.

Dazu gehören Warnsysteme wie stationäre und mobile Sirenen, aber auch sensorgestützte Frühwarnsysteme an Flüssen und Bächen.

Von der Quelle bis zur Mündung über kommunale Grenzen hinweg

Bei den sensorgestützten Frühwarnsystemen wird der aktuelle Wasserpegel von der Quelle bis zur Mündung über kommunale Grenzen hinweg gemessen und je nach Art unterschiedlich genau prognostiziert mit Unterschieden in der zur Verfügung stehenden Warnzeit. Das Monitoring – eine kontinuierliche Überwachung der Flusspegel und Niederschläge – dient damit der Vorhersage und Warnung.

Bei schwellwertbasierten Frühwarnsystemen wird eine Warnung ausgesendet sobald am Sensor ein erhöhter Wasserstand gemessen wird.

Bei hydraulischen Frühwarnsystemen löst frühzeitiges Erkennen von hohen Wasserständen im Oberlauf des Baches / Flusses die Warnung aus. Wenn in der Quelle der Swist und Nebenflüssen der Swist oder Erft schon ein erheblicher Anstieg des Wasserpegels gemessen wird, ist klar, dass der Wasserspiegel einige Zeit später auch in Weilerswist ansteigt. Die Zeit zwischen dem Anstieg in der Nähe der Quelle und in Weilerswist kann so genutzt werden, um die Bevölkerung zu informieren, notfalls zu evakuieren oder Maßnahmen, z.B. das Errichten von mobilen Hochwasserschutzbarrieren, zu ergreifen.

Bei Bodenfeuchte-gestützten Frühwarnsystemen wird der Wasserstand im Verhältnis zur Aufnahmefähigkeit des Bodens prognostiziert. Mit der daraus resultierenden längeren Vorwarnzeit ist das Ergreifen von Maßnahmen deutlich erfolgsversprechender.

Monitoring und Vorhersage der lokalen Wetterlage

Zusätzlich sollte für ein umfassendes Warnsystem die lokale Wetterlage erfasst werden. Dieses kann in allen Ortsteilen mit dem Aufbau von lokalen bodensensorgestützten Wetterstationen geschehen. Über die Vorhersage der Bodensättigung könnten ergänzend zu den Frühwarnsystemen Warnungen vor Oberflächenabfluss und damit vor dem Hervorrufen von Hochwassern in unmittelbarer Umgebung der Ortschaften ausgesprochen werden. Damit wären nicht nur die Bereiche der Flüsse und Bäche abgedeckt, sondern auch die Bereiche an denen kein Gewässer fließt – dafür aber Oberflächenabfluss von bspw. Ackerflächen droht. Der warnbare Bereich wäre deutlich ausgedehnt, genauer und die Vorwarnzeit noch aussagekräftiger!

Solche Vorsorgemaßnahmen könnten relativ kurzfristig umgesetzt werden und wären nicht kostenintensiv. Durch diese Systeme könnten Schäden im Hochwasserfall verringert werden!

Je früher gewarnt wird, desto mehr Zeit bleibt zum Handeln!

Video: https://www.instagram.com/weilerswistzero/reel/DOZcHL3jOFE/

Autor: Sören Heidemann

Klimapolitik beginnt in der Gemeinde

In Weilerswist stehen wichtige Entscheidungen an. Bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wählen die Bürger und Bürgerinnen nicht nur einen neuen Gemeinderat und eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister, sie stellen auch die Weichen für den lokalen Klimaschutz in den kommenden Jahren.

Denn in Städten und Gemeinden werden die Grundlagen für nachhaltige Mobilität, Energieversorgung, Bauen, Sanieren und vieles mehr gelegt. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes („Kommunales Einflusspotenzial zur Treibhausgasminderung“) könnten Kommunen durch ambitionierte Maßnahmen rund 38 Prozent der in Deutschland verursachten Treibhausgasemissionen beeinflussen. Dieses Potenzial zeigt, wie groß der Hebel vor Ort ist, auch wenn nicht jede Maßnahme sofort umsetzbar ist.

Wahlalter ab 16 in NRW

In Nordrhein-Westfalen dürfen auch 16- und 17-Jährige bei Kommunalwahlen ihre Stimme abgeben. Das ist besonders wichtig, weil Klimaschutz eine Generationenaufgabe ist und die Entscheidungen von heute die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen über Jahrzehnte prägen. Der Wahlcheck bietet ihnen die Möglichkeit, sich gezielt über die Klimapositionen der Parteien und Kandidierenden zu informieren – und so selbstbewusst mitzuentscheiden.

Der Klima-Wahlcheck: Positionen auf einen Blick

Die Idee hinter dem Wahlcheck: Bürgerinnen und Bürger sollen sich auf sachlicher Grundlage informieren können – und die Politik soll sich zu klaren Positionen bekennen. Um diese Transparenz zu schaffen, haben wir – die Initiative WeilerswistZero – in Zusammenarbeit mit der Organisation LocalZero einen Klima-Wahlcheck* für Weilerswist erstellt.

Dafür haben wir allen demokratischen Parteien** – CDU, FDP, GRÜNE, SPD und UWV – sowie den drei demokratischen Bürgermeisterkandidaten und der Bürgermeisterkandidatin insgesamt 19 Thesen zu Themen wie erneuerbaren Energien, Wohnen, Mobilität und Hochwasserschutz vorgelegt. Alle angefragten Parteien und alle Kandidierenden haben geantwortet.

Die Funktionsweise

Die Antworten der Kandidierenden und Parteien sind getrennt unter „Bürgermeister-Wahl“ und „Gemeinderatswahl“ zu finden. Zunächst gibt man zu allen Thesen eine eigene Position („stimme zu“, „neutral“, „stimme nicht zu“) an, kann Themen zusätzlich gewichten und erfährt dann, wie stark die eigene Haltung mit den Positionen der Parteien und der möglichen künftigen Bürgermeisterin bzw. Bürgermeisters übereinstimmt. Anschließend lässt sich jede These einzeln durchgehen – mit den Begründungen der Befragten.

Mit diesem Online-Tool schaffen wir eine bisher noch nicht dagewesene Transparenz und Information über die klimarelevanten Positionen der Kandidierenden. Die Antworten geben uns auch über die Wahlentscheidung hinaus ein Instrument an die Hand: In den kommenden Jahren können wir nachfragen, diskutieren, erinnern, anregen – und auf das verweisen, was heute gesagt und geschrieben wurde. Damit leisten wir als Wähler einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Kultur in unserer Gemeinde. Denn Klimaschutz beginnt mit Information und setzt sich in vielen kleinen und großen Entscheidungen fort.

Gemeinsam etwas bewegen

Beim Klimaschutz geht es nicht um Parteipolitik, sondern um unsere gemeinsame Zukunft. Unsere Initiative WeilerswistZero ist ehrenamtlich getragen. Wir setzen uns in unserer Freizeit dafür ein, dass unsere Kommune lebenswerter, zukunftsfähiger und klimagerechter wird. Dazu gehört auch, politische Prozesse kritisch zu begleiten – und auf konstruktive Weise mitzugestalten.

Mit dem Wahlcheck wollen wir dazu beitragen, dass Klimaschutz auch nach der Wahl auf der Agenda bleibt – als Querschnittsaufgabe, als gesellschaftliche Verantwortung und als Chance, gemeinsam voranzugehen.

👉 Hier geht’s zum Klima-Wahlcheck Weilerswist: weilerswistzero.de/wahlcheck

Wir freuen uns über alle, die dabei mitmachen.

* Der Wahlcheck ist eine Initiative von GermanZero/LocalZero und angelehnt, aber unabhängig vom bekannten Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung.

** Die AfD wurde nicht befragt. Sie leugnet in ihrem aktuellen Bundesparteiprogramm und in vielen öffentlichen Äußerungen den menschengemachten Klimawandel und fordert den Ausstieg aus der deutschen und europäischen Klimapolitik. Eine konstruktive Auseinandersetzung über unsere Thesen ist mit dieser Partei nicht möglich.

Autor: Barbara, veröffentlicht am 18.08.2025

Bericht über den Infostand von WeilerswistZero beim Sommerlichen Hoffest Kulturhof Velbrück am 29. Juni 2025 in Metternich

Trotz hochsommerlicher Hitze von über 30 Grad Celsius fanden wieder viele Besucher zum traditionellen Hoffest in Metternich.

Unser Infostand zeigte mehrere Themenbereiche auf:
Angefangen bei der Klimaneutralität bis 2040 als Ziel für die Gemeinde Weilerswist, über die Ankündigung eines Wahlchecks analog zum Wahl-O-Mat, bezogen auf die Kandidierenden für das Bürgermeisteramt und die Parteien/Fraktionen im Gemeinderat, bis hin zu Starkregen- und Hochwasserschutzmaßnahmen sowie Frühwarnsystemen für Swistbach und Erft.

Die Fotos zeigen den Infostand und die Klimawaage. Diese macht abstrakten Klimaschutz anschaulich, gibt Orientierung und motiviert zum Handeln. Die Klimawaage besteht aus einer klassischen Waage mit zwei Waagschalen und dazugehörigen unterschiedlich schweren Dosen.

Je nach Handlungsfeld gibt es Dosen für folgende Kategorien:
• Ernährung
• Strom
• Mobilität
• Bewusster Konsum
• Wohnen

Jede Dose ist einem Themenfeld zugeordnet und stellt die CO2-Einsparung einer bestimmten Alltagshandlung dar. Die Dose „Sparduschkopf einbauen“ beispielsweise zeigt, wie viel CO2-Äquivalente man im Jahr spart, wenn man seinen Duschkopf mit hohem Wasserdurchlauf durch eine sparsamere Alternative ersetzt.
http://www.nachhaltigerkonsum.info/Klimawaage

Das Klimawaage-Kartenspiel gibt eine Antwort auf die Frage, worauf es beim Klimaschutz im Alltag ankommt:
Welche Handlungen sparen besonders viel CO2 ein im Vergleich zu anderen? Jede Karte verkörpert den Treibhausgas-Einspareffekt, den bestimmte nachhaltige Alltagsentscheidungen auslösen. Auf der Vorderseite steht die Handlung, auf der Rückseite die CO2- Einsparung. Die Rückseite der Karte „Vegane Ernährung“ zum Beispiel zeigt, wie viel CO2 man einspart, wenn man sich nur pflanzlich ernährt.

Unser primäres Ziel war es mit den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen und zu erfragen, was in der Gemeinde verbessert werden sollte und welche Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft der Gemeinde bestehen.

Zu diesem Zweck haben wir eine kleine Umfrage mit 7 Fragen digital unter www.menti.com und analog als Fragebogen zur Beantwortung vorbereitet.

Beispiel:

  • Was wünschen Sie sich in/für Metternich?
  • Wie stellen Sie sich Weilerswist im Jahr 2040 vor?
  • Wie bewerten Sie die Kommunalpolitik in Weilerswist?
  • Wie wichtig ist Klimaschutz für Sie?
  • Wollen Sie wissen, wie die Parteien und
    Bürgermeisterkandidierenden die Zukunft von Weilerswist gestalten wollen?
  • Würden Sie an einem solchen Wahlcheck online teilnehmen?
  • Würden Sie sich an Klimaschutzprojekten beteiligen?

Weitere Themen, zu denen wir Gesprächsangebote machten,
waren:
• Info und Erklärung wofür WEILERSWISTZERO steht
• Bürgerbeteiligung von jung bis alt
• Hochwasserschutz
• Erneuerbare Energien
• Extremwetter-Frühwarnsysteme
• Starkregenvorsorge
• Hitzeschutz
• Zukunftsbilder für Weilerswist 2040
• Wahlcheck zur Kommunalwahl
• Umsetzungssammlung PV und Wind

Fazit

Fast alle Besucher unseres Standes zeigten sich interessiert, sowohl was WeilerswistZero generell anging, als auch zu unserem Einsatz für Veränderung und Entwicklung für die Zukunft der Gemeinde Weilerswist. Der Wille etwas zu verändern, sich selbst einzubringen und aktiv zu werden, machen statt motzen, fand sehr viel Zuspruch. Das wiederum motivierte in dieser Richtung weiter zu machen und die Gesprächsangebote zu intensivieren. Das Hoffest war sehr gut organisiert und es lohnt sich in jedem Fall auch im nächsten Jahr dabei zu sein.

Sommerliches traditionelles Hoffest in Metternich, Kulturhof Velbrück

Wir freuen uns darauf am 29. Juni 2025 in der Zeit von 12-18 Uhr möglichst viele Weilerswister/Metternicher an unserem WeilerswistZero-Stand begrüßen zu dürfen. Gerne möchten wir erfahren, wie sich die Besucher die Zukunft der Gemeinde Weilerswist vorstellen. Welche Wünsche, Ideen und Vorstellungen haben Sie / habt Ihr? Welche Orte und Zustände müssen unbedingt verbessert oder beseitigt werden. Was macht Weilerswist aus? Wie sollen die Gemeinde in 2040 aussehen? Gerne möchten wir darüber ins Gespräch kommen. Ihre/Eure Meinung ist für uns wichtig.

Mit Hilfe einer Klimawaage, einem interaktiven Lern- und Kommunikationswerkzeug, möchten wir die Wirkung von Klimaschutzmaßnahmen sichtbar machen. Die Klimawaage beantwortet auf anschauliche Weise die zentrale Frage: Welche Maßnahme bringt den größten Effekt für das Klima?

Zukunft gemeinsam gestalten – Rückblick auf unseren Workshop „Ideenschmiede für Weilerswist“


Was wäre, wenn wir unsere Gemeinde ganz neu denken könnten? Wenn wir gemeinsam eine Vision entwerfen würden – für ein Weilerswist, das klimafreundlich, sozial und lebenswert für alle ist? Genau darum ging es bei unserem Workshop zum Thema Reale Utopien, den wir von WeilerswistZero am Abend des 11. April veranstaltet haben.

Was im Workshop geschah:

Mit engagierten Menschen aus Weilerswist und Umgebung haben wir einen Abend lang Zukunft gesponnen – und zwar nicht irgendwie, sondern mit Struktur, Kreativität und Tiefgang:


Zu Beginn bewegten wir uns im Raum zu verschiedenen Aussagen – je nach Zustimmung oder Ablehnung. So entstand ein lebendiges Stimmungsbild: Wo stehen wir als Gruppe, wie denken wir über Themen wie Klimaschutz, Mobilität, Zusammenleben?


Im nächsten Schritt wurde es persönlich: Jede*r schrieb Werte auf, die das eigene Handeln im Leben bestimmen. Diese Werte verwandelten wir in Paradigmen – Leitlinien für ein besseres Miteinander. Und dann: Augen zu und ab auf unsere imaginäre Insel! Dort lebten die Menschen genau nach diesen Prinzipien. In Gruppen dachten wir aus, wie diese Insel-Gesellschaft organisiert ist:

  • Wie wohnen, leben und bewegen sich die Menschen?
  • Wie treffen sie politische Entscheidungen?
  • Welche Rolle spielen Kunst, Kultur und Gemeinschaft?


Schließlich machten wir den Reality-Check: Was davon könnten wir – realistisch – im Jahr 2040 in Weilerswist umsetzen? Die Ergebnisse waren kreativ, mutig und inspirierend. Klar wurde: Eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft ist nicht nur möglich – sie beginnt mit dem ersten Schritt. Und der kann hier sein. Jetzt. In Weilerswist.

Und du?

Wir möchten alle Menschen einladen, bei diesem Wandel mitzuwirken. Ob beim nächsten Workshop, bei Aktionen in der Gemeinde oder als aktives Mitglied im Verein – jede Stimme, jede Idee zählt.


Denn: Die Zukunft wird nicht irgendwas – wir gestalten sie selbst. Und zwar gemeinsam.

Mach mit bei WeilerswistZero – für ein klimafreundliches, soziales und lebenswertes Weilerswist.

Autor: Alex, veröffentlicht am 17.04.2025