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Endlich da: Das Klimaschutzkonzept für Weilerswist

Lange wurde darauf gewartet – jetzt ist es veröffentlicht: das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Weilerswist. Erarbeitet wurde es während der Tätigkeit des kommunalen Klimaschutzmanagers in den Jahren 2023 bis 2025. Wer sich dafür interessiert, findet das Konzept inzwischen auf der Internetseite der Gemeinde (Hier Klimaschutzkonzept ansehen).

Ein Klimaschutzkonzept ist kein Beschluss und auch kein Maßnahmenplan, der morgen umgesetzt wird. Es beschreibt zunächst den aktuellen Stand: Wo entstehen in Weilerswist die meisten Treibhausgasemissionen? Welche Möglichkeiten gibt es, sie zu verringern? Und welche Maßnahmen kommen dafür grundsätzlich infrage?

Wir haben einen Blick hineingeworfen: Eine Zahl springt sofort ins Auge: Der größte Teil der bilanzierten Emissionen entfällt auf den Verkehrssektor. Das wirkt zunächst ernüchternd. Dahinter verbirgt sich jedoch ein wichtiger Hintergrund. Nach der bundesweit verwendeten Bilanzierungsmethode werden auch die Emissionen des Durchgangsverkehrs auf den Autobahnen vollständig dem Gemeindegebiet zugerechnet. Diese Emissionen prägen die Bilanz erheblich, können von der Gemeinde aber kaum beeinflusst werden.

Wo kann Weilerswist selbst etwas bewegen?

Man könnte jetzt auch einfach nichts tun, wenn wir in Weilerswist ja sowieso nichts beeinflussen können. Umso interessanter ist deshalb eine andere Frage: Wo kann Weilerswist tatsächlich etwas bewegen? Das Konzept nennt dazu eine ganze Reihe von Ansatzpunkten. Große Potenziale liegen beispielsweise bei der Wärmeversorgung von Gebäuden, beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik oder bei der Mobilität innerhalb der Gemeinde. Auch die Gemeinde selbst kann einiges bewirken – etwa indem sie ihre eigenen Gebäude energetisch saniert, Photovoltaik auf geeigneten kommunalen Dächern ausbaut, bei Bauprojekten Klimaschutz stärker berücksichtigt oder Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bei der Energiewende unterstützt und vernetzt.

Nicht jede dieser Maßnahmen wird viel Geld kosten. Manche erfordern vor allem eine gute Planung, klare Prioritäten oder die Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Vereinen. Andere werden Investitionen benötigen. Entscheidend wird sein, welche Schwerpunkte Politik und Verwaltung in den kommenden Jahren setzen.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Mit der Veröffentlichung des Klimaschutzkonzepts liegt nun erstmals eine gemeinsame Grundlage für diese Diskussion vor. Jetzt wird es darum gehen, Prioritäten zu setzen und aus den vielen Vorschlägen konkrete Schritte zu entwickeln.

Dabei ist uns ein Punkt schon jetzt aufgefallen: Selbst wenn alle im Konzept angenommenen Entwicklungen eintreten, erreicht Weilerswist damit noch keine Klimaneutralität. Das muss kein Makel des Gutachtens sein – viele Annahmen orientieren sich an heute bekannten Möglichkeiten. Dennoch stellt sich die Frage, wie die verbleibende Lücke langfristig geschlossen werden kann. Darüber wird in den kommenden Jahren sicher zu diskutieren sein.

Eine gute Gelegenheit dafür bietet bereits das nächste große Projekt: die kommunale Wärmeplanung. Sie wird derzeit gemeinsam mit e-regio vorbereitet und soll deutlich konkreter beantworten, wie die Wärmeversorgung in Weilerswist künftig klimafreundlich und gleichzeitig zuverlässig gestaltet werden kann. Hier besteht die Chance, auf der Grundlage des Klimaschutzkonzepts die nächsten Schritte zu entwickeln.

Wir freuen uns, dass das Klimaschutzkonzept nun öffentlich vorliegt. Es schafft eine gemeinsame Grundlage, um über die Zukunft unserer Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Denn Klimaschutz bedeutet vor Ort nicht nur weniger Treibhausgase, sondern oft auch geringere Energiekosten, mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien und eine lebenswerte Gemeinde für kommende Generationen. Genau diese Diskussion möchten wir konstruktiv begleiten.

Autorin: Barbara